Warum Etikettieren mehr als „nur Drucken“ ist: die neue Grundlage für digitale Lieferketten

Jahrzehntelang wurde die Etikettierung als zwar notwendige, aber rein routinemäßige Aufgabe behandelt: Man erstelle ein konformes Etikett, bringe es an einem Produkt an und fertig. Diese Denkweise ist inzwischen überholt. In den digitalen Lieferketten unserer Tage ist die Etikettierung der Moment, in dem die Identität eines Produkts festgelegt wird. Wenn dies auf geeignete Weise erfolgt, erhalten Unternehmen nützliche Einblicke auf Artikelebene, vertrauenswürdige Daten sowie eine robuste operative Widerstandsfähigkeit. Wenn dieser Moment jedoch ungenutzt bleibt, entsteht ein Risiko, das in der Folge nur noch zunehmen wird.

Und dieses nachgelagerte Risiko ist vielen Lösungsanbietern nur allzu bekannt. Laut David Martin, Präsident von QTE Solutions, führen uneinheitliche Etikettierungsverfahren nicht nur zu geringfügigen Ineffizienzen, sondern zu unternehmensweiten Störungen. Variationen bei Etikettierungsverfahren können rasch zu ungenauen Beständen, Betriebsausfällen und sogar zu einem beschädigten Markenruf führen. Betrachtet man hingegen die Etikettierung als einen intelligenten und umfassenden Vorgang, so wird sie nach Meinung von Martin zu einem wahren Rentabilitätsmotor. Eine konsistente und gut verwaltete Etikettengestaltung ermöglicht eine bessere Bestandskontrolle, eine effizientere Produktauslieferung sowie ein zuverlässigeres Compliance-Management. Und dies bedeutet oftmals einen beständigen Wettbewerbsvorteil.

Moderne Lieferketten sind nur so robust wie die Daten, die für sie genutzt werden. Und Etiketten stehen im Mittelpunkt dieses Datenflusses. Jeder Barcode, jedes RFID-Tag und jede serialisierte Kennung stellt eine digitale Verbindung zwischen physischen Gütern und Unternehmenssystemen dar. Inkonsistente Etikettierung, etwa durch unkontrollierte Vorlagen, manuelle Prozesse oder unzusammenhängende Systeme, führt zu Unsicherheiten bei der Produktidentität. Und diese Unklarheiten können schnell zu Risiken für den Betrieb werden – durch Ungenauigkeiten im Bestand, Gefährdung der Compliance, verzögerte Rückrufe, Rückbuchungen und untergrabenes Kundenvertrauen.

Diese Herausforderung verschärft sich noch, je stärker verteilt und reguliert Lieferketten sind. Die Notwendigkeit der Nachverfolgbarkeit auf Artikelebene, veränderliche Anforderungen im Einzelhandel und globale rechtliche Rahmenbedingungen machen Präzision und Konsistenz unverzichtbar. Eine einzige falsch etikettierte Kiste oder ein falsch kodierter Artikel kann Auswirkungen auf die Produktion, die Lagerhaltung, den Transport und und die Abläufe im Einzelhandel haben. Etikettierungsfehler bleiben selten lokal, sondern wirken sich in großem Maßstab aus.

Aufgrund dieser Tatsache betrachten führende Unternehmen die Etikettierung nicht mehr lediglich als Back-Office-Aufgabe, sondern als strategische Grundlage. Eine moderne Etikettierungsplattform schafft eine zentrale Datenquelle für die Produktidentität und stellt sicher, dass jedes Etikett an jedem Standort und bei jedem Partner korrekte, kontrollierte und kontextbezogene Daten enthält. Ist die Etikettierung nahtlos in ERP-, WMS-, MES- und Nachverfolgbarkeitssysteme integriert, wird sie zum Ausgangspunkt für digitale Lieferketten.

Diese Grundlage fußt auf Daten auf Artikelebene. Etiketten sind nicht mehr nur statische Artefakte, sondern dynamische Datenträger. Sie geben in Echtzeit transparenten Aufschluss darüber, wo sich ein Artikel befindet, um was für einen Artikel es sich handelt und welche Vorgänge er während seines Lebenszyklus durchlaufen hat. Diese digitale Identität ermöglicht schnellere Rückrufe, genauere Bestände, automatisierte Arbeitsabläufe und datengestützte Entscheidungen. Praktisch gesehen wird die Etikettierung damit zum Einstiegspunkt in intelligente Lieferketten.

Ist diese Grundlage erstmal geschaffen, entstehen greifbare Vorteile für Kunden. Laut Shaun McInerney, Präsident von Symbology Enterprises, reduzieren Unternehmen, die geeignete standardisierte Etikettierungsumgebungen einführen, Rückbelastungen und Auftragsablehnungen aufgrund nicht konformer Etiketten drastisch. Hinsichtlich der Architektur verweist McInerney außerdem auf die wachsende Bedeutung von Cloud-basierten Etikettierungslösungen. Seiner Meinung nach ermöglichen Cloud-Implementierungen standortflexible Druckstationen, mobiles Drucken und eine rasche Anpassbarkeit ohne großen IT-Aufwand – Eigenschaften, die für den modernen, schnelllebigen Betrieb immer wichtiger werden.

Hybride Architekturen beschleunigen diesen Wandel noch. Plattformen wie BarTender 12 sind so konzipiert, dass sie sowohl in Cloud- als auch in On-Premise-Umgebungen eingesetzt werden können, was Unternehmen die Flexibilität weltweiter Standardisierung bei lokaler Tätigkeit bietet. Dieser hybride Ansatz stärkt einerseits die Widerstandsfähigkeit durch den unterbrechungsfreien Betrieb am Netzwerkrand und andererseits eine zentralisierte Governance sowie Analysen und Skalierbarkeit. Er spiegelt wider, wie sich moderne Lieferketten in der Praxis darstellen: verteilt, vernetzt und immer im Einsatz.

Für den Aufbau einer robusten Etikettierungsgrundlage müssen aber auch praktische betriebliche Aspekte berücksichtigt werden. Juan Munoz, Director of Technical Solutions bei Electronic Imaging Materials, verweist auf die Unverzichtbarkeit von Barcode-Etiketten, die jedoch gut durchdacht gestaltet sein müssen. Umgebungsbedingungen, Etikettenmaterialien, Klebstoffe, Datendichte, verfügbare Druckfläche und Scantechnologie spielen alle eine Rolle. Die Auflösung des Druckers muss mit der Größe und Symbologie der Barcodes übereinstimmen, und die Kompatibilität von Scansystemen muss sichergestellt sein. Werden diese Faktoren übersehen, kann selbst die fortschrittlichste Etikettierungsstrategie scheitern.

Für Unternehmen, die eine Modernisierung anstreben, ist die Botschaft klar: Etikettieren ist mehr als „nur Drucken“. Es ist ein strategischer Kontrollpunkt, der die Produktidentität festlegt, die Nachverfolgbarkeit stärkt und die digitale Transformation ermöglicht. Wenn Unternehmen die Etikettierung als Kernfunktion der Lieferkette begreifen, können sie nachgelagerte Risiken verringern, die Datenqualität verbessern und robustere, intelligentere Betriebsabläufe schaffen.

Wir bei BarTender-Software betrachten die Etikettierung als Fundament für den Aufbau moderner Lieferketten, die physische Produkte mit vertrauenswürdigen Daten verbindet und Identität in Intelligenz transformiert.

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