Warum Ihr Bestand nicht fehlt – Sie ihn nur nicht sehen können 

Verlorene Werkzeuge, verlegte Assets und Bestandsdiskrepanzen werden häufig als unvermeidbare betriebliche Probleme angesehen. Hinter vielen dieser Probleme steckt jedoch eine andere Ursache: mangelnde Sichtbarkeit. Was Unternehmen als „fehlenden Bestand“ interpretieren, existiert häufig irgendwo im Betrieb, kann aber nicht einfach lokalisiert, überprüft oder nachverfolgt werden. 

Dieser Mangel an Sichtbarkeit verursacht kostspielige blinde Flecken. Teams verbringen wertvolle Zeit mit der Suche nach Artikeln, es werden Doppelkäufe getätigt, um Assets zu ersetzen, die lediglich verlegt wurden, und betriebliche Entscheidungen basieren auf unvollständigen Daten. Im Laufe der Zeit summieren sich diese Ineffizienzen, zehren an der Produktivität und schmälern die Margen. 

Laut Ben Steinhoff, Marketing Manager bei ValuTrack Corporation, tritt diese Herausforderung branchenübergreifend auf. 

„Wenn Kunden mit Bestandsherausforderungen zu uns kommen, geht es selten darum, wie groß ihr Bestand ist. Es geht darum, was sie nicht sehen können. Bei ValuTrack verbringen wir viel Zeit damit, Unternehmen dabei zu helfen, blinde Flecken im Bestand, insbesondere in Lagern, Produktionsumgebungen und Verkaufsräumen, zu beseitigen, indem wir auf Sichtbarkeit auf Artikelebene umstellen.“ 

 

Woher kommen blinde Flecken im Bestand? 

Typischerweise entstehen blinde Flecken im Bestand durch Lücken zwischen dem physischen Betrieb und den digitalen Systemen, die diesen verwalten sollen. Zwar zeigen Enterprise-Systeme Bestandsmengen an, es fehlen jedoch oft präzise Informationen darüber, wo sich die Artikel befinden. 

Ein häufiges Szenario: Der Bestand ist „im Gebäude", aber niemand weiß genau, wo. ERP-Systeme können zwar Lagerbestände bestätigen, aber nicht die spezifische Zone, den Gang oder den Behälter identifizieren, in dem sich der Artikel befindet. Die Mitarbeiter müssen die Lagerfläche abgehen, Behälter prüfen oder sich auf Erfahrungswissen verlassen, um das Gesuchte zu finden. 

Wie Shaun McInerny, Präsident von Symbology Enterprises, Inc., erklärt, gehen diese blinden Flecken oft über den reinen Standort hinaus: 

„Häufige blinde Flecken sind die Chargenkontrolle, die Kommissionierung von Produkten, wenn die Maßeinheit ‚Stück‘ ist, und Kunden, deren Bestand nicht vollständig in das Front-Office-System integriert ist. Ein Beispiel hierfür sind Verkaufsstände in Sport- oder Konzertarenen. Sie haben eine ungefähre Vorstellung davon, was sich im Lager befindet, und sie wissen, was verkauft wurde. Sie verlassen sich jedoch auf zyklische Inventuren am Ende der Veranstaltung, um den Bestand abzugleichen. Wenn die Großmengenartikel ordnungsgemäß etikettiert sind und dann eine KI-gestützte zyklische Inventur verwendet wird, hilft dies, das Abgleichproblem zu lösen.“ 

Dies verdeutlicht ein grundlegenderes Problem: Bei der Bestandstransparenz geht es nicht nur darum, zu wissen, wo sich etwas befindet, sondern auch darum, den Kontext des Loses, der Einheit und des Lebenszyklus in Echtzeit nachzuvollziehen. 

Andere blinde Flecken entstehen, wenn Bestandsaufzeichnungen von der Realität abweichen. Fehlende Scans, doppelte Zählungen und manuelle Anpassungen führen zu Diskrepanzen und somit zu Phantom- oder Geisterbeständen. Unternehmen glauben dann möglicherweise, über Bestände zu verfügen, die gar nicht existieren, oder sie erkennen Bestände nicht, die ungenutzt herumliegen. 

Mobile Assets bringen eine weitere Ebene der Komplexität mit sich. Werkzeuge, Wagen, Ersatzteile und hochwertige Geräte bewegen sich häufig zwischen Abteilungen, ohne in einem System erfasst zu werden. Werden diese Bewegungen nicht aufgezeichnet, verschwinden die Assets faktisch aus der betrieblichen Sichtbarkeit. 

 

Von der Ungewissheit zur Echtzeit-Sichtbarkeit 

Technologien wie das RFID-Tracking auf Artikelebene verändern grundlegend, wie Unternehmen diese Herausforderungen angehen. Anstatt sich auf periodische Zählungen oder manuelle Suchen zu verlassen, können Teams Echtzeit-Sichtbarkeit nutzen, um Assets sofort zu lokalisieren und zu überprüfen. 

Mit Lösungen wie BarTender Track & Trace können Unternehmen Barcodes oder RFID-Tags auf Artikelebene mit einer zentralen Sichtbarkeitsplattform verbinden. So können Teams den letzten bekannten Standort, den Bewegungsverlauf und den Status einsehen, ohne auf manuelle Updates angewiesen zu sein. 

Steinhoff betont, wie sich dadurch der Arbeitsalltag verändert: 

„Manuelle Bestandssuchen erfolgen anlassbezogen und sind arbeitsintensiv. Teams laufen die Fläche ab, öffnen Behälter und tätigen Anrufe – oftmals noch immer unsicher, ob die Antwort korrekt ist. RFID- und Echtzeit-Ortungstechnologien ermöglichen es uns, dieses Verfahren zu ändern. In der Praxis nutzen wir BarTender als Orchestrator: Die Etiketten und RFID-Tags stammen aus BarTender, während Track & Trace die Cloud-Plattform, Dashboards und APIs bereitstellt, welche die Echtzeit-Standortdaten mit WMS- und ERP-Systemen synchronisieren.“  

RFID verändert diese Dynamik. Lesegeräte können etikettierte Artikel in einer gesamten Zone erfassen, ohne dass beim Scannen eine Sichtverbindung erforderlich ist. In Kombination mit Handgeräten, die eine Suche im „Geigerzähler-Stil“ ermöglichen, erhalten Benutzer Echtzeit-Feedback, das stärker wird, je näher sie einem Zielartikel kommen. Was früher Stunden dauerte, kann so auf wenige Minuten reduziert werden. 

 

 

Genauigkeit schafft Verantwortlichkeit 

Sichtbarkeit allein reicht nicht aus – entscheidend ist die Fähigkeit, sie zu messen und ihr zu vertrauen. 

Track-and-Trace-Systeme erfassen jeden Scan, jede Bewegung und jedes Standortereignis und erstellen so einen kontinuierlichen Strom betrieblicher Daten. Dies ermöglicht es Unternehmen, wichtige Kennzahlen wie Bestandsgenauigkeit, Lokalisierungszeit und Asset-Auslastung zu überwachen. 

Bei effektiver Umsetzung sind die Auswirkungen messbar. So erreichen viele Unternehmen eine Bestandsgenauigkeit von über 98 %, reduzieren den Zeitaufwand für die Suche nach Assets erheblich und senken die Kosten für unnötige Ersatzbeschaffungen.  

Ebenso wichtig ist, dass zuverlässige Daten die Verantwortlichkeit verbessern. Wenn jede Bewegung aufgezeichnet und nachverfolgbar ist, werden Lücken sichtbar, Prozesse können korrigiert und Verluste verhindert werden, bevor sie eskalieren. 

 

Den vollständigen Überblick über den Bestand gewinnen 

Die Beseitigung blinder Flecken im Bestand erfordert mehr als schrittweise Verbesserungen – nämlich die Verknüpfung von Identität, Standort und Bewegung über den gesamten Betrieb hinweg. 

Von BarTender erstellte Etiketten und RFID-Tags schaffen die Grundlage für die Artikelidentität an der Quelle. BarTender Track & Trace orchestriert anschließend, wie diese Daten erfasst, angereichert und über Enterprise-Systeme wie ERP- und WMS-Plattformen geteilt werden. 

Das Ergebnis ist eine End-to-End-Ansicht des Bestands in Echtzeit – vom Wareneingang über die Lagerung und Produktion bis hin zur Auftragsabwicklung. 

Für Unternehmen, die mit verlorenen Werkzeugen, verlegten Assets oder unerklärlichen Unstimmigkeiten kämpfen, ist der Bestand selten tatsächlich verschwunden. Häufig ist er einfach nur außer Sichtweite. 

Wenn Sie diese blinden Flecken beseitigen, finden Sie nicht nur Ihren Bestand wieder, sondern gewinnen auch die Kontrolle über den gesamten Betrieb zurück. 

Scotty Lee ist Senior Program Manager bei Seagull Software und verantwortlich für die Steuerung der Partnerstrategie und der Partnerprogramme im gesamten BarTender-Ökosystem.